Zweckentfremdung?


Mit Superlativen sollte man entgegen medialer Trends sparsam sein. Der Begriff „grenzenlos“ ist so ein Superlativ. Für vieles verwendet trifft es doch nur auf die allerwenigstens Dinge tatsächlich zu. Eines davon ist vielleicht die kindliche Phantasie. Diese ist zumindest annähernd grenzenlos…

 

Kinder erfinden tagtäglich neue Spielszenarien und Spielwelten. Als aufmerksame Eltern wissen sie sicher wie das ist. Da werden Spielsachen, deren Zweck doch eigentlich ganz klar ist, plötzlich zu völlig anderen Dingen „umfunktioniert“.

 

Bei Kinderfahrzeugen ist das nicht anders. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere Erwachsene ja selbst daran, wie aus einem Fahrrad oder Roller ein Flugzeug wurde, oder ein Pferd oder was sich sonst für die eigene Phantasie gerade anbot.

 

Und so sollte man sich nicht wundern, wenn aus dem Trettraktor des eigenen Kindes plötzlich mal etwas völlig anderes wird. Das ist normal und ein Zeichen für Kreativität und eben Phantasie.  Eine solche „Transformation“ des Traktors zum Beispiel in ein Raumschiff bietet nämlich auch schöne und praktische Nebeneffekte. So kann der Trecker in der dunkleren Jahreszeit, falls er dann im Kinderzimmer bleibt, eben auch mal als Raumschiff für viele schöne und abenteuerliche Stunden sorgen.

Darüber, welche alternativen „Einsatzmöglichkeiten“ am Ende durchgespielt werden, brauchen sie sich als Eltern in der Regel keine Gedanken zu machen. Die Ideen kommen quasi von ganz alleine. Lassen sie ihrem Kind einfach nur den nötigen Freiraum. Solange die Umgebung nicht negativ beeinträchtig wird ist dann nämlich wirklich alles möglich.

 

Manchen Erwachsenen mag eine solche Zweckentfremdung vielleicht seltsam vorkommen, manche mögen sie sogar als bedenklich wahrnehmen.

Doch man sollte sich fragen, inwiefern es nicht viel bedenklicher sein könnte, wenn man Kindern ihre Spiele komplett vorgeben will. Natürlich soll einem Kind klar sein, wofür ein Bagger oder Anhänger tatsächlich gedacht ist. Und diese sollten auch tatsächlich ihrer „Natur“ entsprechend genutzt werden. Aber die eine oder andere Abweichung ist kein Grund, am Realitätssinn des Nachwuchses zu zweifeln.

 

Also: haben sie den Mut, den Kids etwas Spielraum in der Entfaltung der eigenen Vorstellungswelten zu lassen. Einschränkungen können die  Entwicklung von Kreativität und Eigeninitiative behindern. Und solange am Ende der Kindertrecker im Frühjahr, wenn es wieder ins Freie geht, auch wieder als richtiger Trecker zum Einsatz kommt, ist alles in Ordnung…




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